Hochzeitseinladung: Tipps für die Gäste

Sie sind auf eine Hochzeit eingeladen? Damit Sie beim Hochzeitsfest eine gute Figur machen, kommen hier Tipps für Gäste.

Sicher, üblicherweise verlaufen Hochzeitsfeiern heut zu Tage nicht mehr nach einem streng geregelten Zeremoniell, bei dem Etikette wie Stolpersteine auf die Gäste lauern. Vielleicht heiraten Ihre Freunde sogar im Badeanzug auf dem Zeltplatz – dann erübrigt sich ein Großteil unserer Tipps sowieso. Bei den meisten Hochzeiten kommt es aber trotzdem gut an, wenn Sie sich an ein paar Regeln halten.

Gutes Timing

Zusage: Geben Sie dem Brautpaar frühzeitig Bescheid, ob Sie kommen und wen Sie mitbringen. Wenn auf der Einladung ein Datum angegeben ist, zu dem eine Zu- oder Absage gewünscht wird, dann halten Sie sich daran. Denn egal, ob traditionelles Fest oder lockere Party – eine rechtzeitige Zusage ist einfach ein Ausdruck von Höflichkeit.

Trauungszeremonie in der Kirche: Kommen Sie unter keinen Umständen zu spät! Knarrende Kirchentüren oder klackende Absätze fallen auf und können die Zeremonie empfindlich stören. Erkundigen Sie sich genau, wo sich die Kirche befindet, und kalkulieren Sie eine realistische Anfahrzeit ein. Planen Sie so, dass Sie eine halbe Stunde vor Beginn der Trauung zur Stelle sind, erst recht, wenn Sie Trauzeuge sind. Dann wird das Brautpaar nicht noch nervöser und Ihnen bleibt auch noch Zeit für einen entspannten Plausch mit den anderen Gästen.

So gratulieren Sie: Nach der Trauung beglückwünschen Sie als Erstes das Brautpaar, im Anschluss die Brauteltern. Wenn Sie ein oder beide Elternpaare nicht kennen, sprechen Sie erst Ihren Glückwunsch aus und stellen sich dann vor. Dabei erklären Sie kurz, in welcher Beziehung Sie zur Braut beziehungsweise zum Bräutigam stehen.

Geschenkübergabe: Geschenke werden nicht vor oder direkt nach der Kirche überreicht, insbesondere, wenn es sich um sperrige Pakete handelt. Am besten übergeben Sie ihr Geschenk bei der Feier, die im Anschluss an die Trauung stattfindet. Meist steht für diese Zwecke ein Geschenktisch bereit, auf dem Sie Ihr Präsent deponieren können. Warten Sie nicht darauf, dass Ihr Geschenk mit einem “O wie schön” vom Brautpaar kommentiert wird – üblicherweise erfolgt das Auspacken erst nach der Feier am nächsten Tag.

Männer aufgepasst: Sie dürfen ihr Jackett am Tag der Hochzeit erst dann ausziehen, wenn der Bräutigam seines abgelegt hat – und sei Ihnen noch so warm.

Passende Geschenke

Wenn Sie ein Sachgeschenk machen möchten, halten Sie sich an die Geschenkwünsche des Brautpaares – mit dem dritten Toaster oder einer Obstschale in Wagenrad-Größe tun Sie ihm keinen Gefallen. Wenn es keine Liste gibt, fragen Sie direkt nach – oder erkundigen Sie sich bei engen Freunden oder den Trauzeugen, welches Geschenk gut ankommen könnte. Sie können sich auch mit mehreren Gästen zu einem Gemeinschaftsgeschenk zusammentun.

Packen Sie das Geschenk schön ein und versehen Sie es mit einer Karte, auf der Ihr Name steht. Damit ersparen Sie dem Brautpaar mühsame Recherchearbeit, wenn’s um das Dankeschön Karten schreiben geht…

Ein Geldgeschenk ist gar nicht einfallslos oder peinlich – Sie ermöglichen dem Brautpaar, sich selbst einen Wunsch zu erfüllen. Um zu verhindern, dass alle Gäste sehen können, welche Summe Sie schenken, sollten Sie die Scheine oder Münzen diskret einpacken. Von “originellen” Verpackungen, die sehr mühsam zu öffnen sind, wie in Kuchen eingebackene Münzen, sollten Sie dabei absehen.

Die richtige Kleidung

Ein weißes Kleid ist für Sie tabu – diese Farbe bleibt für die Braut reserviert. Creme oder Beige als Grundfarben sind okay, wenn der Stoff deutlich gemustert ist.

Mit Schwarz sind Sie dagegen auf der sicheren Seite. Ob festliche Robe oder schlichtes Leinenkleid sollten Sie vom Rahmen der Veranstaltung abhängig machen. Sie können auch zwei Garderoben mitnehmen: Ein schlichteres Kleid für tagsüber und ein raffiniertes für die Party am Abend.

Männer sollten einen Anzug tragen. Traditionell sind dunkle Töne angesagt, an einem warmen Tag passt auch ein festlicher heller Sommeranzug aus Leinen oder Baumwolle.

Viele Paare heiraten nicht mehr in Weiß, sondern suchen sich eine bestimmte Farbe aus, etwa Rot. Dann stellen sie meist eine eigene Kleiderordnung auf und bitten die Gäste zum Beispiel um eine Garderobe in Schwarz und Weiß. Daran sollten Sie sich halten.

Rund um die Rituale

Den Eröffnungstanz bestreitet stets das Brautpaar – und zwar allein. Als Nächstes kommen die Eltern dazu, anschließend tanzt die Braut mit dem Schwiegervater und der Bräutigam mit der Schwiegermutter. Erst danach sollten sich die anderen Gäste unter die Tanzenden mischen. Wenn Braut oder Bräutigam Sie zum Tanzen auffordern, sollten Sie nicht ablehnen.

Bei Ihrer Hochzeit wurde die Torte erst um Mitternacht angeschnitten und deswegen machen Sie das Paar auf seinen “Fehler” aufmerksam, wenn es schon bei der Kaffeetafel das Messer zückt – keine gute Idee. Dieser Brauch kann unterschiedlich gehandhabt werden. Ohnehin ist an diesem Tag erlaubt, was dem Brautpaar gefällt.

Wenn Sie mit einer Rede, einem Spiel oder einem anderen eigenen Beitrag glänzen möchten, achten Sie darauf, dass es den Rahmen des Fests weder zeitlich noch inhaltlich sprengt. Sprechen Sie sich vorher mit den Eltern oder den Trauzeugen ab – die wissen meistens über den genauen Ablauf des Festes Bescheid oder organisieren dieses sogar selber. Mit ihnen sollten Sie den passenden Zeitpunkt für Ihren Einsatz abstimmen. Verzichten Sie auf Obszönitäten und kramen Sie keine Schwänke aus der Kinder- oder Jugendzeit des Brautpaares hervor – auch wenn es sich um harmlose Geschichten handelt, kann das dem Paar unangenehm sein.

Weitere Tipps

Im Restaurant: Zeigen Sie Ihre guten Tischmanieren und halten Sie sich mit Extrawünschen zurück, etwa was die Tischordnung oder die Speisenfolge angeht.

Fragen rund um das Fest: Auch damit sollten Sie sich an die Personen wenden, die das Fest organisiert haben, statt das Brautpaar zu bestürmen.