Tradition mit Prickeln: das Strumpfbandwerfen

 

 

 

 

 

Das Strumpfband hat seine technische Funktion zwar längst verloren, nicht aber seine delikate Strahlkraft, die auch heute noch unter dem Brautkleid vermutet werden darf.

Von der Zweckmäßigkeit – zur Sinnlichkeit

Früher sollten Strumpfbänder schlicht und ergreifend verhindern, dass Strümpfe ständig herunterrutschten. Heute braucht man keine Strumpfbänder mehr, da auch Damenstrümpfe mittlerweile ganz alleine am Bein halten. Aus modischen Gründen und auch bei erotischen Gelegenheiten tragen Frauen das Strumpfband aber zumindest ab und zu noch um den Schenkel.

Als traditionelles Braut-Accessoire hat sich das Strumpfband allerdings fast ausnahmslos gehalten. Erstens macht es die Braut zusätzlich sexy, da Bräutigam und Hochzeitsgäste ahnen können, dass sie dieses feine Kleinod unter dem Brautkleid trägt. Und zweitens wird es seit langem als unverzichtbarer Glücksbringer gesehen.

Die Wurzeln der Idee

Ursächlich – und das ist Gott sei Dank schon ein paar Hundert Jahre her – gehörte es zur Tradition, den geschlechtlichen Vollzug der Ehe öffentlich bekanntzumachen. Als Beweis für die Entjungferung der Braut wurde nach dem ersten Sex der Eheleute das blutige Leintuch den Hochzeitsgästen vorgewiesen. Später entstand die etwas harmlosere Variante, statt des Lakens das vom Bräutigam erfolgreich „eroberte“ Strumpfband zu präsentieren.

Erst als es unüblich wurde, die Hochzeitsgesellschaft an so intimen Neuigkeiten teilhaben zu lassen, änderte sich auch der Brauch rund um das Strumpfband soweit, dass es gegen Ende der Feier – also vor der Hochzeitsnacht! – in die Menge der noch unverheirateten Männer geworfen wurde. Und der Fänger sollte der nächste Bräutigam sein. Ein Pendant zur Tradition, den Brautstrauß in Richtung der anwesenden unverheirateten Damen zu werfen. Leider kam es dabei regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen den bereits in bester Stimmung befindlichen Männern. So mancher musste sogar vom Versuch abgehalten werden, das begehrte Stück direkt von der Braut zu holen.

Sexy, aber zivilisiert

So entwickelte sich der Brauch des Strumpfbandwerfens zu einer kultivierteren Angelegenheit: Heute nimmt der Bräutigam seiner Braut das Strumpfband ab und wirft es selber in die Herrenrunde. Oder Sie machen die Sache lukrativ und versteigern das hübsche Kleinod unter Ihren Gästen.

Übrigens: Wenn Sie Ihr Strumpfband als Erinnerung oder als Überraschung für die Hochzeitsnacht behalten wollen – tragen Sie einfach noch ein zweites etwas weiter oben am Bein!

Blau bringt Segen beim Strumpfband

Oft wird das Strumpfband der Braut in Blau gewählt. Dieser Usus geht bis in die Viktorianische Zeit Englands zurück. Blau steht für Treue, Beständigkeit sowie Reinheit und soll dem Brautpaar Glück bringen und die Geburt eines Sohnes begünstigen.

Woran man auch immer glauben mag, für das eine oder andere wohldosierte Fotomotiv kann so ein Strumpfband auch bei einer Hochzeit immer gut sein.

 

 

 

 

 

 

 

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