Rituale zur Hochzeit: Hochzeitsbräuche

 

Hochzeitsbräuche vor der Trauung

Hochzeitstermin

Es heißt, dass wenn man bei zunehmendem Mond heiratet, eine glückliche Ehe führen wird. Wemm der Mond abnimmt, nimmt auch das Glück ab. Außerdem sollte man bei aufgehender Sonne – vor 12 Uhr – heiraten.

Polterabend

Vor der Hochzeit wird das Geschirr von Freunden und Verwandten zerschlagen – Scherben bringen Glück – heißt es ja. Zusätzlich sollen die Geister durch den Lärm ferngehalten werden. Aber es darf auf keinen Fall Glas zerschlagen werden. Das Glas ist das Symbol von Glück. Das soll schließlich heil bleiben.

Hochzeitsbräuche –  Kleidung

Neu, alt, blau, geliehen

Dieser Brauch kommt ursprünglich aus England (“Something old, somthing new, something borrowed, something blue”), und ist einer der ältesten Bräuche. Auch in Österreich ist diese Tradition unter den alten Hochzeitsbräuchen sehr beliebt. Die Braut soll etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues zur Hochzeit tragen.

Beim Alten und/ oder Geliehenem könnte es ein Schmuckstück sein. Neu könnten beispielsweise das Brautkleid und die Brautschuhe. Beim Blauen wird gern ein Strumpfband genommen.

Nicht selbst nähen

Sind Sie abergläubisch, dann sollten Sie das Brautkleid unter keinen Umständen  selbst nähen. Das hätte dann die Beteutung, dass auch Ihr Leben in der Ehe mühsam wird und Sie schwer arbeiten müssten.

Pfennige für die Schuhe

Früher war es üblich, dass die Braut die Brautschuhe vom eigen Lohn bezahlte. Sie sammelte über Jahre Pfennige für ihre Brautschuhe. Es durfte kein anderer die Brautschuhe kaufen, denn das würde Unglück bringen. Heutzutage wird dieser Brauch nicht mehr angewandt

Hochzeitsbräuche bei der Trauung

Blumenkinder

Beim Ein- und/oder Auszug aus der Kirche gehen ein oder mehrere Kinder mit Blumenkörbchen vor dem Brautpaar – ein richtig schöner Brauch. Auch Blumen oder Blütenblätter können dabei auf den Weg des Brautpaares geworfen werden.

Brautjungfern

Diese Aufgabe wird traditionell von den Freundinnen der Braut übernommen. Die Brautjungfern sollen der Braut ähnlich gekleidet sein, damit böse Geister von der Braut abgelenkt werden. Heutzutage gibt es natürlich immer mehr Braujungernkleider in bunten Farben.

Sandzeremonie

Die Sandzeremonie ist eine romantische Ergänzung zur eigentlichen Zeremonie. Diese wird nach dem Tausch der Ringe erklärt: Braut und Bräutigam bekommen jeweils  eine mit Sand befüllte Vase. Die Farbe des Sandes muss verschieden sein, also zum Beispiel  Rosé für die Braut und Hellblau für den Bräutigam.

Der Bräutigam schüttelt als erstes ein wenig Sand in eine größere Vase. Danach gibt auch die Braut ein wenig von ihrem Sand dazu. Das wird einige Male wiederholt, damit einige farbige Schichten entstehen. Am Ende wird der letzte Sand in die große Vase von beiden geschüttet.

Durch das Sandmuster wird die  Verbundenheit und Zusammengehörigkeit des Brautpaares symbolisiert. Zusätzlich ist die Vase ein wunderschöne Erinnerung an diese zauberhafte Zeremonie – es kann auch noch mit dem Namen und dem Hochzeitsdatum beschriftet sein und man erhält eine schöne Hochzeitsvase zur  Erinnerung.

Auch enge Familienangehörige können  etwas Sand in einer weiteren Farbe mit eingießen, und es ist gleich noch viel schöner.

Brautschleier lüften

Traditionell wir der Brautschleier nach dem Jawort vom Braäutigam gelüftet. Ein schönes Ritual, bei dem richtig gefeiert wird, wenn der Bräutigam das erste Mal seine Brau zu Gesicht bekomnmt.

Durch das Zurückschlagen des Schleiers wird der  besondere Moment erst perfekt .

Hochzeitsbräuche nach der Trauung

Nach der Hochzeit ist es ein gern gesehener zu Brauch zu probieren, wie gut das frisch angetraute Ehepaar zusammenarbeiten kann. Dabei  gibt sehr viele Möglichkeiten. Ein paar Beispiele dazu:

Betttuch-Herz

Auf ein weißes Bettlaken wird ein großes Herz gemalt. Wenn das Brautpaar ankommt, wird das Laken hochgehalten. Das Brautpaar bekommt je eine Schere in die Hand und muss jetzt das Herz ausschneiden. Hier wird gezeigt, wie gut das Paar zusammen arbeiten kann. Ist das Herz nun ausgeschnitten, trägt der Bräutigam seine Braut hindurch.

Baumstamm-Sägen

Nach der kirchlichen Trauung wird dem Brautpaar ein Baumstamm in den Weg gelegt. Mit einer Handsäge ausgestattet, muss das Brautpaar den Baumstamm auseinanderschneiden. Dabei muss das Paar zeigen, wie gut es zusammenarbeiten kann. Denn das Zersägen ist leichte gesagt als getan.

Spalier stehen

Nach der kirchlichen oder standesamtlichen Trauung stellen sich die Hochzeitsgäste in zwei Reihen auf bilden mit den Händen einen Tunnel. Den muss das Brautpaar durchschreiten. Symbolisiert wird dabei der erste gemeinsame Weg in die richtige Richtung.

 

Helium-Ballons mit Wünschen

Nach der Trauung werden oft Helium-Luftballons an die Gäste verteilt und sie werden dann steigen gelassen. Idealerweise werden auch Glückwunschkarten angebracht.

Reis werfen

Das Brautpaar wird beim Verlassen der Kirche oder dem Standesamt, mit Reis beworfen. Der Reis symbolisiert Fruchtbarkeit.

Es ist aber vorher abzuklären, ob das Reiswerfen an dem jeweiligen Ort auch erlaubt ist. Zur Not können auch Rosenblätter verwendet werden. Seifenblasen sind auch sehr beliebt.

Blechdosen am Auto

Es werden einige leere Blechdosen am Auto des Brautpaares befestigt.

Sie sollen nicht nur Lärm machen, sondern auch laut Brauch, böse Geister vertreiben, damit es eine glückliche Ehe wird.

Hochzeitsbräuche bei der Feier

Hochzeitssuppe essen

Nach der Trauung wird traditionell in vielen Regionen gemeinsam die Hochzeitssuppe gegessen.

Hochzeitsrede

Die Hochzeitsrede in allen Kulturen vertreten. Die Reden werden meist vom Vater der Braut, dem frischvermählten Ehepaar oder den Trauzeugen gehalten.

Vor allem aber die Brautvaterrede wird von vielen Gästen erwartet.

Torte anschneiden

Die eigentliche Hochzeitsfeier beginnt erst, wenn das Brautpaar die Hochzeitstorte anschneidet. Das Brautpaar schneidet gemeinsam mit einem Messer die Torte an.

Sektgläser wegwerfen

Nach der Vermählung kommt nun der  Sektempfang. Das Brautpaar nimmt das erste Glas. Haben beide ihr Glas ausgetrunken, wird es über den Rücken zu Boden geworfen. Scherben bringen immerhin Glück.

Hochzeitsglocken läuten

Das sich küssende Brautpaar wird von der Gästen besonders gern gesehen. Aus diesem Grund dürfen an diesem Tag immer die Hochzeitsglocken läuten – bei jedem Klingeln der Glocken muss sich das Brautpaar küssen.

Brautentführung

Die Brautentführung ist der bekannteste Brauch. In dem Moment der Unachtsamkeit der Bräutigams, wird die Braut von Verwandten oder Freunden entführt.

Meistens wird die Braut in ein Café oder in ein Restaurant, welches in der Nähe liegt, gebracht. Der Bräutigam hat die Aufgabe, seine Braut zu finden.

Hat der Bräutigam seine Braut schließlich gefunden, muss er die Entführer bezahlen. Je schneller er sie findet, desto billiger wird es für den Bräutigam.

Bei der Brautentführung sollte aber folgendes beachtet werden: Hat das Brautpaar vielleicht erwähnt, dass sie die Entführung nicht möchten, so sollte man diese auch absagen. Die Suche nach der Braut sollte auch nicht länger als 2 Stunden dauern, denn das kann das die ganze schöne Feier zerstören.

Brautwalzer

Das Brautpaar den Tanz mit dem Brautwalzer, normalerweise ein Wiener Walzer. Der zweite Tanz gehört dann Braut und ihrem Vater sowie dem Bräutigam und seiner Mutter. Als nächstes tanzt das Brautpaar mit den Schwiegereltern.

Hochzeitsbräuche nach der Feier

Türschwelle nicht berühren

Das Bautpaar darf beim Betreten des Heimes, die Türschwelle nicht berühren. Dort lauern nämlich die bösen Hausgeister. Der Bräutigam muss seine frischgebackene Ehefrau über die Schwelle tragen.