• Von iris
  • in Blogartikel für das Brautpaar
  • Juni 22, 2021

Nachhaltig heiraten

Dem schönsten Tag im Leben fiebert wohl jedes Paar entgegen. Unvergesslich und einzigartig soll er werden, eine Traumhochzeit wie aus dem Bilderbuch, mit ganz vielen großen Gefühlen und Gänsehaut-Momenten. Das ist auch absolut verständlich, denn wenn zwei Verliebte “Ja” zueinander sagen, soll das auch gebührend gefeiert werden. Was macht es da schon, wenn nach dem großen Tag Unmengen an Plastikdeko und Essensresten im Müll landen, oder?

Erfreulicherweise legen immer mehr Paare Wert auf eine nachhaltige Hochzeit. Sie sagen nicht nur “Ja” zueinander, sondern auch zur Umwelt, und gestalten ihre Hochzeit ökologisch so verträglich wie möglich. Verzicht üben müssen sie deshalb aber nicht. Eine nachhaltige Hochzeit kann ebenso märchenhaft, romantisch und zauberhaft sein wie eine pompöse und verschwenderische Feier. Nachfolgend die besten Tipps und Ideen für eine Hochzeit mit einem ökologisch guten Gewissen.

Hochzeitslocation und Speiseauswahl

Wer das Glück hat, einen eigenen großen Garten zu besitzen, und ohnehin im Sommer heiraten will, muss sich um eine nachhaltige Location keine Gedanken machen. Eine Feier auf der heimischen Blumenwiese reduziert den ökologischen Fußabdruck im Vergleich zu einer karibischen Strandhochzeit schon einmal ganz deutlich. Für viele Paare ist eine idyllische Gartenhochzeit sowieso das Nonplusultra, denn sie verkörpert das angesagte Country- oder Cottage-Flair und ist in puncto Romantik kaum zu toppen. Wer nicht die Möglichkeit hat, im eigenen Garten zu feiern, kann als Alternative ein Bio-Hotel oder ein Bio-Restaurant aus der Umgebung auswählen. Die erstgenannte Variante bietet sich für auswärtige Gäste dann auch gleich als Übernachtungsmöglichkeit an, so dass Autofahrten zwischen Hochzeitslocation und Gästeunterkunft vermieden werden.

Was die Speisen betrifft: Egal, ob Menü oder Buffet, die Produkte sollten auf jeden Fall aus der Region kommen. Mittlerweile achten zum Glück immer mehr Gastronomiebetriebe auf ein regionales und saisonales Speiseangebot. Fleisch und Gemüse vom Bio-Bauern aus dem Nachbardorf, der Wein vom Winzer um die Ecke und die Hochzeitstorte vom Konditor nebenan: So könnte ein nachhaltiges Speise- und Getränkeangebot aussehen.

Die Hochzeitsdekoration: Es muss nicht immer Plastik sein

Knallbunte Fähnchen und Girlanden aus Kunststoff, exotische Blumen, die nach der Feier verwelkt im Müll landen, und unzählige Mini-Plastikflaschen mit den obligatorischen Seifenblasen: So sieht noch immer die typische Hochzeitsdeko aus. Doch es geht auch anders. Aus Naturmaterialien wie Holz, Stroh, Muscheln und Steinen lässt sich eine Menge basteln: hübsche Tischdeko beispielsweise, aber auch Girlanden und Wand-Deko. Anstelle kleiner Väschen mit einzelnen Orchideen oder Lilien kommt ein üppiger Wiesenblumenstrauß auf den Tisch des Brautpaares. Außerhalb der Blühsaison bieten sich als Tischdeko hübsche kleine Topfpflänzchen an, die nach der Hochzeit entweder das eheliche Zuhause verschönern oder den Gästen als kleines Präsent mitgegeben werden. Apropos Gastgeschenke: Die kleinen Andenken lassen sich optimal in bedruckten oder einfarbigen Stoffbeuteln aus Bio-Baumwolle verpacken. Der Vorteil: Die Beutel können von den Gästen später vielseitig verwendet werden. Wie wäre es beispielsweise mit den sogenannten Seed-Bombs oder mit selbst gemachter Marmelade in wiederverwendbaren Mini-Gläschen? Auch eine schöne Idee, wenn auch vielleicht nicht für alle Gäste geeignet: ein selbst angesetzter Likör aus regionalen Früchten in ebenfalls wiederverwendbaren kleinen Glasfläschchen. Im Brautstrauß sehen Dahlien, Sommerflieder, Löwenmäulchen und Kamille einfach super aus. Wer eine Landhochzeit plant, komplettiert den Brautstrauß mit duftenden Kräutern wie Rosmarin oder Salbei. Dazu ein paar schöne Bänder aus naturgefärbter Seide: Fertig ist ein absolut individueller und nachhaltiger Brautstrauß.

Eine nachhaltige Alternative für die Candy-Bar

Die Candy-Bar ist ein Trend aus den USA, der sich bei uns schon vor Jahren durchgesetzt hat. Sie erinnert optisch ein wenig an einen Jahrmarkt-Stand mit Süßigkeiten: Hier laden unzählige kunterbunte und klebrige Leckereien zum Naschen ein. Die sind in der Regel weder gesund (da voller Farb- und chemischer Zusatzstoffe) noch nachhaltig. Jeder, der mag, kann sich bedienen. Bieten Sie Ihren Gäste stattdessen doch eine gesunde und ökologisch weitestgehend unbedenkliche Alternative. So können Sie beispielsweise aus einfachen Holzpaletten und ein paar hübschen karierten Geschirrtüchern mit wenigen Handgriffen einen “Marktstand” bauen. Darauf drapieren Sie kleinere und größere Körbe und Schälchen. Gefüllt werden diese mit frischen und möglichst regionalen Obst- und Gemüsesorten der Saison. Von der Weintraube bis zum Staudensellerie ist quasi alles möglich. Dazu vielleicht noch Apple-Crumble und verschiedene Nusssorten: Da darf jeder Gast (inklusive Kinder) nach Herzenslust zugreifen.

Das Hochzeitsoutfit: festlich, aber nachhaltig

Wer eine nachhaltige Hochzeit feiern will, muss also keineswegs auf eine festliche Atmosphäre verzichten. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Hochzeitsoutfit aus? Rein theoretisch wäre es natürlich am besten, wenn Sie Kleid und Anzug gebraucht erstehen oder ausleihen. Für viele Paare gehört es aber einfach dazu, eine “neue” und “eigene” Robe zu tragen. Suchen Sie sich daher ein Modell aus, dass Sie auch nach der Hochzeit noch tragen können. Viele Brautkleider lassen sich später umfärben und verwandeln sich so in atemberaubende Abend- und Cocktailkleider. Auch der schicke Anzug für den Bräutigam muss nach der Hochzeit nicht auf dem Dachboden verstauben, sondern kann – nach eventuellen kleinen Änderungen – zu Familienfesten und anderen feierlichen Anlässen getragen werden. Wichtig ist jedoch, dass Ihr Outfit eine anerkannte Zertifizierung besitzt oder ein Ökosiegel trägt. Nur dann ist auch das Styling nachhaltig.

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