Hochzeitswalzer – Der elegante Fixpunkt jeder Hochzeit

 

 

 

 

 

Der Hochzeitswalzer des Brautpaares symbolisiert den gemeinsamen Tanz ins Glück. Zwischenzeitlich etwas aus der Mode gekommen, nimmt er aber – mit dem Image-Aufschwung des Tanzens überhaupt – mittlerweile wieder einen fixen Platz im Ablauf einer Hochzeit ein.

Vorbereitung dringend empfohlen

Der Hochzeits- oder Brautwalzer sollte vor allem zwei Dinge:

  • - dem Brautpaar wirklich Freude machen
  • und entsprechend gekonnt und entspannt vorgetragen werden.

Ein wenig ernsthafter Vorbereitung ist also durchaus angebracht. Und die muss logischerweise über das gemeinsame Aussuchen der passenden Musik hinausgehen.

Damit der erste Tanz auf Ihrer Hochzeit bleibenden Eindruck hinterlässt und Sie Ihre Gäste schwungvoll bezaubern können, sollten Sie mit Ihrem Partner rechtzeitig zu üben beginnen. Vergessen Sie dabei keinesfalls, die Beschaffenheit des Brautkleides mit in Betracht zu ziehen, denn bei besonders langen Varianten wird die sonst harmonische Bewegung zum unerwarteten Hindernislauf ausgerechnet im entscheidenden Augenblick.

Langsam, aber sicher

Üblicher Weise wird für den klassischen Eröffnungstanz der Hochzeit ein Wiener Walzer gewählt. Mit dem besonders langen oder ausladenden Brautkleid kann das aber manchmal schon etwas schwierig sein. Wählen Sie also am besten einen langsamen Walzer, der einfachere Schrittfolgen bietet.

Natürlich muss der Brautwalzer nicht unbedingt ein echter Walzer sein, sondern kann durchaus auch ein moderner Cha-Cha-Cha oder eine Rumba sein. Das ist in erster Linie Geschmacksache. Und auf seinen Geschmack sollte man auch in diesem Punkt achten, um sich wirklich wohlfühlen zu können, ohne irgendwem etwas beweisen zu müssen!

Trick 17

Wer es aber dennoch nicht so sehr liebt, auch noch auf der Tanzfläche im Mittelpunkt zu stehen, kann sich ja vorab mit ein paar Verwandten und den Trauzeugen dahin gehend absprechen, dass sie nach den ersten Takten elegant auf das Parkett „dazuschweben“ und dem Brautpaar auf diese Weise entspannenden Geleitschutz bei seinem Hochzeitswalzer geben.

Die Geschichte des Hochzeitswalzers

Vielleicht entscheiden Sie sich bei Ihrer Hochzeit für einen Walzer, um die Festlichkeiten für die Familie und die Freunde zu eröffnen. Er lässt sich schnell erlernen, und es sieht toll aus, wenn Sie mit Ihrem Partner wie eine Feder über den Boden schweben. Was da so leicht aussieht, hat einen starken Symbolgehalt und eine wechselvolle Geschichte.

Symbolik des Hochzeitswalzers

Die symbolische Bedeutung des Walzers ist vergleichbar mit den Eheringen, die Sie zu diesem Zeitpunkt schon an Ihrem Finger tragen. Eine Legende besagt, dass die Menschen seit der Vertreibung aus dem Paradies getrennt leben. Ständig suchen sie nach der anderen Hälfte, die sie ergänzt. Im Walzertanz erleben zwei Menschen diese Ergänzung – sie bilden einen geschlossenen Ring. Der Ring selbst versinnbildlicht die Treue, die Bindung und die Vereinigung des Paares.

Die Eheschließung wurde revolutioniert

Seine charakteristische Ausprägung als Gesellschaftstanz fand der Walzer zwischen den europäischen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts. Diese Zeit war geprägt von großen gesellschaftlichen Veränderungen. Unter anderem wurde das Eherecht revolutioniert. Mit der Einführung der Zivilehe 1875/76 und ihrer Aufnahme in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) fand eine lange Entwicklung ihren vorläufigen Abschluss. Die Eheschließung war nun ein weltliches und bürgerliches Recht. Neu war, dass ein Rechtsvertrag zwischen zwei Individuen geschlossen wurde. Erstmals basierte die Ehe auf der Freiwilligkeit der Partner. Die Werte des Gefühls und der Liebe erhielten eine Aufwertung, wie nie zuvor. Die Familie wurde nun als ‘Gemütsgemeinschaft’ angesehen, nicht mehr als eine Verbindung zwischen Geld- und Kapitalinteressen.

Der Walzer als Sinnbild der Veränderungen

Der Walzer wurde zum Sinnbild dieses neuen Individualismus. Man entdeckte in ihm die Werte, die die Französische Revolution propagierte: Freiheit und Gleichheit aller Menschen. In den schnellen Drehungen erlebte man den Rausch dieser Freiheit. Der Walzer begleitete die bürgerliche Emanzipation maßgeblich. Schnell erregte er die Aufmerksamkeit der Obrigkeit und wurde sogar verboten, er sei “gesundheitsgefährdend”.

Der Tanz der Liebenden

Der Walzer war tatsächlich verpönter, als der Tango oder der Rock’n Roll. In einer Zeit höfisch-steifer Etikette tanzten die Menschen auf einmal eng umschlungen. Dieser Tanz stellte die einzige Möglichkeit dar, sich in der Öffentlichkeit zu berühren. Auch ließ er den Paaren Spielraum für das eigene Temperament – man konnte sich bis zu einem tranceähnlichen Zustand steigern. Natürlich wurde diese Tanzhaltung als unmoralisch verdammt. Auch stellte dieser Tanz kein Abbild der politischen Ordnung dar, in der der Kaiserhof regierte, und nicht der Mensch an sich. Spätestens mit der Strauß-Dynastie jedoch wurde der Walzer hoffähig und eroberte schon bald die ganze Welt.

Der Hochzeitswalzer heute

Noch heute symbolisiert der Walzer den innigen Ausdruck des Hochzeitspaares der Treue, der Bindung und der Vereinigung. Hochgehalten wird durch diesen Tanz der Wert der Liebe und der tiefen Gefühle, die das Paar miteinander verbindet.

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