Alles rund um das Thema Heiraten

Heiraten: Der Hochzeitstag ist wohl der Höhepunkt einer jeden Beziehung. Die meisten Menschen heiraten meist nach ein paar Jahren des Zusammenseins, jedoch gibt es wesentliche Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen.

Eine Heirat bezeichnet man eine durch Gesellschaft, Naturrecht und Religionslehren begründete und anerkannte, gesetzlich geregelte, gefestigte Form einer Verbindung zweier Menschen. Die Partner bezeichnet man als Ehepartner, Ehepaar, Eheleute oder Ehegatten. Eine rechtsgültige Auflösung des Heiratens wird als eine Scheidung bezeichnet.

Das Heiraten wird als dauerhafte Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau verstanden. In manchen Ländern ist die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partner erlaubt und wird als gleichgeschlechtliche Ehe bezeichnet.

Arrangierte Ehe

Heiraten

Die Bedeutung des Heiratens ist stark von den gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen abhängig und hat sich im Zuge der menschlichen Entwicklung immer wieder verändert.
Unter arrangiertem Heiraten oder Verheiratung versteht man, wenn die Ehepartner und der Zeitpunkt des Heiratens von den Eltern bzw. den Verwandten bestimmt werden. Dieser früher allgemein übliche Vorgang, der die Ehe primär als Wirtschaftgemeinschaft und über die legitimisierte Fortpflanzung dynastisches Instrument des familären Gemeinwohles sieht, wurde erst im Laufe der Aufklärung und der Romantik in Europa durch das Konzept der Liebesheirat und der Freiheit der Partnerwahl verdrängt, und hat sich weltweit nur begrenzt durchgesetzt. Erst im Widerspruch dieser beiden Konzepte entsteht der Begriff der Zwangsehe, also Verheiratung wider Willen. Das Konzept der Heiratsvermittlung wandelte sich von der Eheanbahnung im sozialen Umfeld hin zu einer Dienstleistung für den Heiratswilligen.

Gemeinsame Finanzen und Versicherungen

Nach dem Heiraten sollten sich die Verheirateten einen Blick auf die gemeinsamen Finanzen und Versicherungen werfen. Hier erhalten Sie einen Überblick, welche wichtigen Aspekte im Bereich Geld sich mit dem Heiraten ändern.

Denn bei einer Heirat geht es nicht nur um Liebe. Beim Kirchenglocken läuten, klingelt es oft auch in der Kasse. Familie, Verwandte und Freunde machen beim Heiraten teure Geldgeschenke, im Idealfall bringt der oder die Auserwählte ein gewisses Vermögen mit in die Ehe.

Auch wenn die meisten Hochzeiten heutzutage aus Liebe gefeiert werden, spielen wirtschaftliche Überlegungen beim Heiraten nach wie vor eine nicht unerhebliche Rolle. Der Trauschein zahlt sich schließlich auch finanziell aus.

Von Steuerklassen profitieren

Berufstätige Ehepaare haben die Wahl zwischen drei Steuerklassenkombinationen und können so beeinflussen, wie viel Lohnsteuer jeden Monat vom Gehalt abgezogen wird – und wie viel netto bleibt.

Steuerklasse III und V

wenn die Gehälter unterschiedlich hoch ausfallen

Steuerklasse IV/IV

wenn beide Partner gleich viel verdienen

Steuerklasse IV/IV

mit Faktor, um die mit Klasse V einhergehenden Steuerabzüge zu vermeiden

Kündigt sich Nachwuchs an, lohnt es sich, noch einmal über einen Wechsel der Steuerklasse nachzudenken (mindestens sieben Monate vor der Geburt). Der Grund: das Elterngeld. Wer den Großteil der Elternzeit nehmen möchte, wählt am besten Steuerklasse III.

Der Ehevertrag

Um die Bedingungen der Ehe zu regeln, bieten die jeweiligen Rechtssysteme teilweise Wahlmöglichkeiten und einen Ehevertrag, dessen Wirkung jedoch an die rechtlichen Grenzen gebunden ist. Damit werden z. B. Näheres zur Schlüsselgewalt und dem Nadelgeld der Frau oder aber die Vereinbarungen der Ehepartner bezüglich der Konsequenzen einer Scheidung geregelt.

Beim Heiraten besteht keine Pflicht zum Abschluss eines Ehevertrages. Es können auch Teilbereiche im Vertrag geregelt werden. Wenn zwei Menschen heiraten, können sie Verträge Regelungen zu beispielsweise folgenden Themen enthalten:

– Güterstand (Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung)
– Versorgungsausgleich
– Unterhalt

Heiraten und Religion

Viele Religionsgemeinschaften kennen umfangreiche Regeln für das Heiraten, wobei sowohl das Zusammenleben zwischen den Partnern als auch die Rechte und Pflichten innerhalb der Heirat als Fortpflanzungsgemeinschaft beschrieben sind.

Judentum

Aus dem Alten Testament gilt die Erzählung von der Schaffung der Frau aus der Rippe Adams als Grundlage für das Verständnis des Heiratens. Immer wieder wird auch von polygamen Ehen berichtet, und die Könige Israels hatten nicht selten viele Frauen und Nebenfrauen. Nach dem Sündenfall im Paradies hatte Gott den Mann als Haupt über die Frau gesetzt, so dass in der „biblischen Hierarchie“ die Frau ihrem Mann untersteht. Von daher gibt es viele Gemeinsamkeiten im Verständnis vom Heiraten zwischen Christen und Juden.

Orthodoxe Juden glauben, dass ein Mann die Aufgabe hat, seine zweite Hälfte, also die Frau zu finden. Das Reformjudentum glaubt hingegen, dass es nicht allein die Aufgabe des Mannes sei, eine Frau zum Heiraten zu finden, sondern auch umgekehrt. Für beide ist die Eheschließung eine große Mitzwa und wird als eine der größten und wichtigsten Lebensentscheidungen für beide Partner betrachtet.

Christentum

Im Christentum wird in Anlehnung an die beiden Gottesbünde im Alten und im Neuen Testament auch vom Ehebund gesprochen. In der römisch-katholischen Kirche gehört das Heiraten zu den Sakramenten. Grundsätzlich ist die gültig geschlossene Ehe unauflöslich. Das Kirchenrecht der katholischen Kirche benennt Gründe, die das Zustandekommen einer gültigen Eheverbindung verhindern können und daher gegebenenfalls ein Ehenichtigkeitsverfahren erlauben. Die protestantischen und die Ostkirchen akzeptieren die Ehescheidung hingegen.

Islam

Nach islamischem Verständnis sind die intimen Lebensbereiche von heiratsfähigen Frauen und Männern grundsätzlich getrennt und werden nur durch das Heiraten legitim aufgehoben. Gemäß der Lehre des Korans helfe das Heiraten unter anderem zur geistigen Vervollkommnung.

Nach dem klassischen islamischen Recht wird die Frau beim Heiraten durch einen Ehevormund, den sogenannten Walī, vertreten. Das Gleiche gilt beim Heiraten für den nicht geschäftsfähigen Mann. Grundsätzlich ist Vormund beim Heiraten der nächstverwandte Mann in ab- und aufsteigender Linie. Ohne Vormund kommt nach Lehre der Schafiiten, Malikiten, Hanbaliten und Ismailiten das Heiraten nicht zustande. Hanafiten und Zwölfer-Schiiten halten dagegen bei volljährigen Frauen einen Ehevormund für verzichtbar. Das Einverständnis beider Ehewilligen ist grundsätzlich erforderlich, unter bestimmten Voraussetzungen hat der Vormund jedoch als Walī mudschbir das Recht, Mädchen oder Knaben in die Ehe zu zwingen. Die sunnitischen Rechtsschulen verlangen für die Eheschließung außerdem zwei Zeugen. Die Vereinbarung einer Brautgabe beim Heiraten durch den Ehemann an die Braut ist nicht zwingend, aber üblich.

Daneben gibt es eine der standesamtlichen Eheschließung vergleichbare Zeremonie zur wirtschaftlichen Absicherung der Ehefrau: den Ehevertrag. Eine Hochzeitsfeier oder Zeremonie ist nicht zwingend erforderlich, jedoch wird sie nach der Lehre vom Propheten Mohammed zum Zwecke der Öffentlichmachung und Bekanntmachung des Heiratens empfohlen.

Eine Scheidung nach dem Heiraten ist nach den Regeln des Korans zwar möglich, gilt aber in vielen islamisch geprägten Ländern als verwerflich. Es ist traditionell zwar einem Muslim gestattet, eine Jüdin oder eine Christin zu heiraten, eine Muslima darf aber in keinem Fall einen Nichtmuslim heiraten.

Weitere nützliche Tipps bezüglich der Hochzeitsplanung.